Nachdem ich vor zwei Jahren schon einmal einen Messepost verfasst habe, versuche ich es jetzt nochmal.
Die Messe ist jetzt schon gut 11 Monate her, aber vielleicht wird dieser Eintrag ja noch vor der nächsten (also vor dem 21.10.2010) veröffentlicht :-)
Gespielte Spiele:
Atlantis (Amigo) - Dieses Spiel erinnert nicht zu Unrecht an Cartagena, diesmal flüchten wir nicht von einer Gefangeneninsel sondern vom untergehenden Atlantis. Es ist aber eine ganz eigene Variante, z.B. weil man auf dem Weg die "versinkenden" Plättchen als Punkte einsammelt und dann am Ende nicht unbedingt derjenige gewinnt, der als erster seine Pöppel rettet.
Sitting Ducks Deluxe (Amigo) - Wie schon bei Sitting Ducks (Deluxe hat ein paar Aktionskarten und Enten mehr) handelt es sich um ein schnelles Fun-Spiel, an das alle Mitspieler keine taktischen und strategischen Ansprüche stellen sollten. Tun sie es doch, kann sich das Spiel hinziehen.
Tobago (Zoch) - Jeder Spieler versucht, den größten Schatz zu heben, aber um die Schatzkarte zu vervollständigen, helfen alle mit, deshalb werden auch die Schätze geteilt, nur nicht unbedingt gerecht. Das Spiel gefällt neben diesem "was gönne ich den anderen oder kann ich noch mehr für mich herausholen"-Tick vor allem durch die schöne Ausstattung.
Tricky Trek (Cwali) - Hier ist die Ausstattung eigentlich auch schon alles. Ein Stoffsäckchen voller niedlicher Porzellantiere. Eine einfache Regel. Aber wo ist das Spiel? In unserer Testrunde zog und zog sich das Spiel in die Länge und wir haben es schließlich abgebrochen, weil wir kein sinnvolles Ende sehen konnten. Vielleicht haben wir was falsch gemacht? Zu meinem ähnlich lautenden Kommentar bei Boardgamegeek antwortete mir Autor Corné van Moorsel: "The Tricky Trek lions 'overstep' other lions and spots where the animal is taken away. Which makes the game always end, even if you don't try to finish. :)"
Sherwood Forest (eggert) - Das Spiel ist schon von 2008. Da hatten wir es nicht gespielt und ich muss sagen, dass wir auch nichts verpasst hatten. Es gibt wenig Anreize für eine echte Kooperation unter den Spielern, wenn man Leute dabei hat, die "zu fair" spielen, kann man diese ausnutzen und sonst wird man nicht mehr als Partner genommen und kann nur noch schwache Gegner wegelagern. Erschien mir nicht ausgewogen und würde ich mir jedenfalls nicht kaufen.
Mow (Hurrican) - Nettes schnelles Kartenspiel mit einfachen Regeln und lustiger Grafik. Dafür war es aber zu teuer.
Identik (Asmodée) - Spaßiges Spiel ums Zeichnen. Hier geht es weniger um die produzierte Kunst als um die lustigen Vorlagen, die in jeder Runde von einem anderen "Erzähler" beschrieben werden müssen. Aus den Beschreibungen müssen die Zeichner das Beste machen, aber dann kommt der Clou: Nicht die Qualität wird ausgewertet, sondern ob bestimmte Einzelheiten des Bildes getroffen wurden, z.B. trägt die Frau einen Hut, ist der Mann größer als die Frau, ist der Mond ein Halbmond, hat der Mann Schnürsenkel an seinen Schuhen usw. Es hängt also sehr viel von der Beschreibung ab und natürlich kann man oft auch nicht alles malen, was der Vorleser erzählt, der die notwendigen Details vorher auch nicht kennt. Obwohl ich oft nicht so für diese Partyspiele zu haben bin, ist Identik mein Messehighlight.
Das Labyrinth des Minotaurus (Isensee) - Drei Spielrunden, die eigentlich drei verschiedene Spiele sind, sollen zusammen dann zum Spielsieg führen. Leider habe ich nicht so richtig verstanden, wie ich das machen sollte. Naja.
Thunderstone (AEG) - Kennen Sie Dominion? Dann können Sie auch Thunderstone in 5 Minuten lernen. Die Idee des Deckbuildings im Spiel wurde in Thunderstone leicht abgewandelt. Siegpunkte erhält man durch das Besiegen der Monster im Dungeon und zum Besiegen braucht man Helden, die man im Dorf anheuern kann. Dort kann man sich auch unterstützende Gegenstände (Waffen, Zaubersprüche, Ausrüstung u.ä.) kaufen und seine Helden "leveln". Da wurde also kräftig ins Thema Rollenspiel gegriffen und die Dominion-Idee erweitert. Darüber mag man geteilter Meinung sein, aber zumindest ist ein kurzweiliges eigenes Spiel herausgekommen, das man durchaus gut spielen kann.
Colonia (Queen) - Kurz vor Toreschluss haben wir das neue "große" Queenspiel noch für 2 (von 6) Runden (Wochen) angespielt. Es hat eine neue Variation des Worker Placement, denn man bekommt die eingesetzten Arbeiter erst in der nächsten Runde zurück, dann aber vor dem Einsetzen in den nächsten Bereich (Wochentag). Dadurch ergibt sich zwar eine Arbeiter-Verknappung, diese ist aber nicht so stark, wie man in der ersten Runde glaubt. Ansonsten eine Menge Zutaten, die man schon aus diversen Spiele-Töpfen kennt: Kaufe die Zutaten am Markt, produziere damit Waren, verschiffe diese für Geld und kaufe Siegpunkte. Originell ist das nicht wirklich, aber schön eingebettet.
Dominion-Seaside (Hans im Glück) - Dominion war bei uns natürlich vor der Messe bereits ein Klassiker. Die neue Erweiterung Seaside bietet mit den "Dauer"-Karten jetzt Einfluss auf die nächste Runde, was die Möglichkeiten erfreulich vergrößert. Zufällige Spielaufbauten werden bereichert und alle Kombinationen (auch aus dem Grundspiel und Intrige) sind wieder eine Herausforderung.
Koplopers & Dwarsliggers (Giuoco) - Wir verschiffen, verfrachten, na gut transportieren Passagiere im Eisenbahnnetz der Niederlande. Unser Testspiel hat mich nicht vom Stuhl gehauen, die Variation zum Gütertransport auf der Schiene - in zahlreichen Spielen besser umgesetzt - war für mich nicht deutlich genug. Interessant: Man konnte seine Züge koppeln, um dadurch die Passagierzahl zu erhöhen und Fahrtwege zu sparen.
Gonzaga (Abacus) - Mal wieder ein Spiel mit einem schönen großen Plan von Europa. Es geht darum, seine Gebiete möglichst geschickt mit seltsam geformten Plastikteilen (aus mehreren Sechsecken) abzustecken. Diese müssen auch nicht unbedingt zusammenhängen. Dabei gibt es Möglichkeiten, andere Spieler zu behindern, oder durch einen Umweg sogar mehr Punkte über Sonderwertungen zu machen. Die Strategie erfordert sicher häufigeres Spielen. Hätte ich persönlich da Lust drauf? Eher nicht.
Jetzt kommt der Teil, den ich erst im September 2010 zu schreiben nachhole...
Daher könnte es sein, dass ich mich bei manchen Spielen nicht mehr so richtig erinnere, wir werden sehen. Falls jemand aber den Eindruck hat, dass ich mich bei einem Spiel komplett vertan habe, so soll er mir bitte Bescheid sagen ;-)
Macao (Alea) - Beim ersten Auspacken der Komponenten dachte ich spontan an Notre-Dame, aber diese Spiele haben nicht miteinander zu tun. In Macao versuchen wir durch geeignetes Warensammeln, -verschiffen und Sonderplättchen sammeln Siegpunkte zu scheffeln. Das kommt Euch bekannt vor? Klar, aber hier haben wir immerhin ein neues Element, indem wir die Waren für die nächsten Runden erwürfeln und diese erst beim Weiterdrehen unserer Zeitscheibe "freigeschaltet" werden. Das bringt doch eine neue Planungsdimension ins Spiel. Wobei mir auffällt, dass ich das Spiel seit der Messe nicht gespielt habe und nach diesem Absatz möchte ich es mal wieder rausholen.
Make'n'Break Challenge (Ravensburger) - Ein kurzer Ausflug (zum Abschluss des Messetages) in die Welt der Geschicklichkeit. In Make'n'Break bauen wir so schnell wie möglich bunte "Gebäude" nach vorgegebenen Karten und zwar schneller als unser Gegner. Die Challenge ist die beiliegende "Grillzange", die man zum Bauen verwenden muss. Schnell, lustig, kein Anspruch, das wollen wir ab und zu auch mal.
Wazabi (Gigamic) - Wir würfeln reihum und versuchen - regelkonform - unsere Würfel unseren Mitspielern zuzuschachern, denn wer zuerst keine Würfel mehr hat, gewinnt. Als Möglichkeit zur Beeinflussung meiner Chancen habe ich Ereigniskarten, die ich zum besseren Loswerden der Würfel verwende. Lustig ist das und hübsch anzusehen ist es auch.
Donna Leon - Gefährliches Spiel (Ravensburger) - Wir haben es nur gespielt, weil eine Freundin Commissario Brunetti-Fan ist. Naja. Wir nehmen ein bisschen Scotland Yard und ein bisschen Memory und dann dürfen wir mit den vorhandenen Figuren (aus den Brunetti-Romanen) und deren jeweiligen Zusatzfertigkeiten versuchen, den Mörder zu entlarven. Eher für den Gelegenheitsspieler geeignet.
Pony Express (Funforge/Heidelberger) - In diesem lustigen Spiel sind wir Cowboys im wilden Westen und müssen durch Pokerwürfel versuchen, möglichst schnell ins Ziel zu gelangen. Damit man nicht nur vom Würfelglück abhängt, wird zum einen geblufft, bis sich die Balken biegen und zum anderen haben wir Sonderkarten und die Spezialeigenschaften unserer Zielfelder, um unsere Schnelligkeit zu beeinflussen. Das ist stimmig gemacht, wenn beim Duell gepokert wird und wenn wir die Indianerfiguren durch Würfelschnipsen auf der anderen Seite des Spielfeldes umwürfeln müssen.
Arcana (Alderac) - Wieder einmal versuchen wir unser Karten-Deck (im Fantasy-Genre) während des Spiels zusammenzustellen. Diesmal liegen aber nicht alle Karten zum Kauf bereit sondern wir "kämpfen" mit den Gegenspielern durch Anlegen unserer Handkarten (offen und verdeckt) an die offenen Positionen. Hat mich in der Testrunde nicht überzeugt.
Dice Town (Asmodée) - Und noch einmal Pokerwürfel. Diesmal müssen wir unsere Hand (Würfel) geschickt einsetzen, um möglichst viel Geld von den verschiedenen Stationen der Western Stadt auf dem Tableau einzusammeln. Natürlich wollen wir dafür die anderen Spieler übertreffen und versuchen uns geschickt durchzubluffen. Im Gegensatz zu Pony Express ist hier die Poker-Komponente stärker umgesetzt, aber es ist weniger spaßig.
Juchhu, geschafft. Alle gespielten Spiele habe ich Euch kurz vorgestellt und es ist immer noch September. Die Spielemesse 2010 startet in 3 Wochen und ich schaffe es hoffentlich erneut, Euch eine kurze Übersicht zu geben - gegebenenfalls erst im September 2011 ;-)
15.12.09
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